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Chapel San Severo

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Chapel San Severo

Rechts von dir erhebt sich die Kapelle San Severo, erkennbar an ihrer kleinen, halb verborgenen Fassade und der steinernen Tür direkt neben der alten Kirche - halte nach dem großen gotischen Spitzbogen und dem sanften Lichtaustritt Ausschau, der durch das schmale Fenster fällt.

Stell dir vor, du stehst jetzt an einem Ort, an dem Zeit und Kunst seit Jahrhunderten verschmelzen. Hier, mitten im stillen Schatten der Kapelle San Severo, spürst du noch den feinen Staub und den kühlen Hauch der Geschichte, der zwischen den uralten Steinen weht. Die heutige Kapelle gehörte einst zum Kloster der Kamaldulenser und war Teil einer viel größeren Kirche, von der heute nur noch ein Anbau geblieben ist. Man fühlt förmlich das Gemurmel der Mönche, die hier über Jahrhunderte beteten und lebten.

Das Zentrum der Kapelle ist ein einziges Kunstwerk - ein monumentales Fresko, das dir gerade von der Wand entgegenleuchtet und das Herzstück des kleinen Museums bildet. Als hätte jemand die Zeit angehalten, sitzt Christus erhöht inmitten einer Wolke, umgeben von heiligen Gestalten, deren Namen in goldenen Buchstaben unter ihnen prangen. Diese Wand erzählt eine außergewöhnliche Geschichte von zwei der größten Maler der italienischen Renaissance: Raffael und seinem Lehrer Perugino.

Stell dir das Jahr 1505 vor: In klaren Farben, im noch feuchten Putz, beginnt der junge Raffael mit der Arbeit an diesem Meisterwerk. Er ist auf dem Höhepunkt seiner frühen Karriere zwischen Florenz und Perugia unterwegs, die Welt wird aufmerksam auf ihn - und gerade diese Kapelle ist sein Schauplatz, bevor er später nach Rom gelangt und dort für Papst Julius II. malt. Bei der Übergabe des Auftrags sind zwei mächtige Männer beteiligt: Troilo Baglioni, ein alter Bischof von Perugia, und der Kardinal Gabriele de’ Gabrielli aus Urbino. Doch wie das in der Kunst manchmal ist - Raffael schafft nur den oberen Teil des Freskos, wo die Heiligkeit fast greifbar wird. Dann ruft ihn das Schicksal nach Rom und lässt die Kapelle unvollendet zurück.

Über Jahre hinweg bleibt das Werk verstummt an der Wand, bis erst 1521 Raffaels Lehrer Perugino aus seinem lang gewohnten, beinahe altmodischen Stil heraus den unteren Bereich ergänzt. Seine Figuren wirken nachdenklicher, fast verloren, als wüssten sie selbst, dass ein neues Zeitalter der Kunst angebrochen ist. Und so leben auf dieser Wand zwei Welten nebeneinander: oben die kraftvolle Monumentalität und Dreidimensionalität des jungen Raffaels, unten der ruhige Ernst und die Geradlinigkeit Peruginos. Gemeinsam lenken sie den Blick wie im Theater zum Mittelpunkt, zu Christus - dem Thron auf Wolken, überstrahlt von der Taube des Heiligen Geistes und bewacht von Engeln.

Es gibt noch mehr zu entdecken: In der Mitte, eingerahmt von steinernen Heiligen, steht eine tiefe Nische, in der eine farbige Terrakotta-Madonna mit Kind aus einer Werkstatt der Toskana des späten 15. Jahrhunderts sitzt. Aus beiden Seiten der Altarnische laufen sich schmale Widmungsschriften entlang, wie kleine geheime Botschaften aus der Vergangenheit - links würdigt sie den Komtur und Raffael samt Datum, rechts erinnert sie an die Vollendung 1521.

Doch nicht alles ist erhalten: Einigen Figuren sind im Laufe der Jahre ganze Körperteile und Gesichter verloren gegangen, abgetragen von Zeit und weniger behutsamen Restaurierungen. Der berühmte Vasari, der wichtigste Kunstkritiker der Renaissance, hat das Werk gesehen und die große Signatur Raffaels bewundert; sie ist noch immer lesbar, trotz aller Narben der Jahrhunderte.

Wenn du jetzt die Kühle der Kapelle spürst und versuchst, frühere Zeiten zu hören, dann stell dir vor, wie Raffael selbst mit Pinsel und voller Visionen hier stand, das Licht der Toskana aus seinen Reisen in den Blick der Heiligen zaubernd. Und wenn es ganz still ist, könntest du fast glauben, du hörst das Raunen alter Pinselstriche und das leise Wispern der Mönche, die über die Schulter der Meister blickten.

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Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
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Brighton-Tour
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Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
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