Rechts und links von dir siehst du große Backstein- und Lavasteingebäude mit hohen Fenstern, die einen weitläufigen, sonnigen Innenhof umschließen - halte Ausschau nach der kräftigen, rötlich-braunen Fassade und der auffälligen Schornsteinruine am östlichen Ende des Platzes, dann weißt du, dass du richtig bist!
Willkommen vor der Città della Scienza von Catania - einem Ort, der in seinem früheren Leben so ganz und gar nicht wissenschaftlich war. Stell dir vor: Hier hat es noch vor 150 Jahren nach heißem Schwefel, schweißtreibender Arbeit und fauchenden Dampfkesseln gerochen! Damals war diese Gegend das schlagende Herz der sizilianischen Schwefelindustrie. Die Raffinerie der Brüder Caruso Torrisi, in der du gerade stehst, fertigte tonnenschwere Schwefelbarren an - mithilfe gigantischer Kessel, in denen das gelbe Gold bei über hundert Grad geschmolzen wurde. Wenn du dich genau umschaust, entdeckst du vielleicht noch Überbleibsel wie den mächtigen Schornstein - er war stolze 23 Meter hoch und thronte wie ein König über dem Quartier.
Jetzt stell dir vor, wie 40.000 Arbeiter hier in Catania schuften, dampfende Züge rangieren in den frühen Morgenstunden, Schwefelschmelze spritzt und das alles nur, weil ein kleines, fieses Pilzchen namens Oidium tuckeri die Weinstöcke bedrohte. Die sizilianische Lösung? Ziiiiemlich viel Schwefel! Doch dann, ganz dramatisch, kam eine amerikanische Firma daher, Union Sulphur Company, und brachte mit einer neuen Methode alles ins Wanken. Plötzlich stand die Industrie vor dem Aus, die Schornsteine rauchten weniger und viele Raffinieren schlossen. Und so kam es, dass diese Gebäude ihre Tore für den Schwefelbetrieb irgendwann für immer verriegeln mussten.
Doch zum Glück war das nicht das Ende! Viele Jahre verstrichen, der Hof hier wurde zwischendurch zu einem chaotischen Sammelsurium aus Garagen und Werkstätten, bis die Universität Catania 1997 eine glorreiche Idee hatte: Aus der alten Ruine sollte ein riesiges, lebendiges Science Center werden! Der Weg war jedoch mit so vielen Stolpersteinen und Verzögerungen gepflastert, dass man fast lachen muss. Oder weinen. Oder beides? Mehrmals fehlte das Geld, das Gebäude wurde zwar fertiggestellt, aber blieb verschlossen - so richtig wie ein Überraschungsei, nur hat niemand die Schokolade gegessen und das Spielzeug lag ewig drin.
Erst 2015, ganze 18 Jahre nach der ersten Idee, tummelten sich die ersten Schulklassen hier neugierig zwischen den alten Gemäuern. Die Räume, die du heute betreten kannst, wimmeln nun vor Leben, Lachen und neugierigen Fragen. Stell dir vor, du gehst links hinein: Die riesigen Glasflächen lassen das Sonnenlicht hell auf die steinernen Wände fallen, ein moderner Spiralen-Rutschbahn aus Metall windet sich ins Erdgeschoss, und von oben blickst du in Ausstellungsräume voller Tüftlergeist.
Witzigerweise hat man die Tradition der Inseln hier behalten, aber statt dem Mittelmeer findest du jetzt fünf „Wissensinseln“: Vita, Bit, Robot, Eureka! und Spazio. In „Vita“ zeigen stoffige Zellenmodelle und Mikroskope das Wunder des Lebens, im Bereich „Robot“ kannst du beobachten, wie ein mechanischer Arm die Türme von Hanoi löst (schneller als jeder verschlafene Mensch am Montagmorgen!). In „Bit“ lernst du mit knackigen Computern, wie unsere Welt digital tickt - und wenn du Glück hast, tanzt du mit deinem eigenen Schatten in virtueller Realität! Die beiden Inseln „Eureka!“ und „Spazio“ gehören zu meinen Favoriten: Im „Eureka!“-Raum kannst du Naturgesetze hautnah an seltsamen Apparaten erleben. Mein Tipp: Probiere das Bernoulli-Gebläse - es pustet dir nicht nur Frischluft ins Gesicht, sondern auch den Kopf frei!
Im Herzen des Ganzen - dort, wo früher Schwefel gewogen und verladen wurde - liegt heute der sonnige Innenhof. Dieser Ort ist quasi das Wohnzimmer der gesamten Anlage. Hier begegnen sich Schüler, Professoren, Tüftler und neugierige Eltern. Über dir kreischt manchmal noch ein Vogel aus alten Zeiten, aber meistens herrscht geschäftiges Stimmengewirr - und die Aura von Aufbruch und Neugier.
Doch das ist noch nicht alles. Man hat, ganz im Sinne des berühmten Forschers Frank Oppenheimer aus San Francisco, auch Kunst und Wissenschaft ineinanderfließen lassen: Mitten im Museum begegnen dir verrückte „Cyberbugs“ - Insektengebilde, liebevoll gebaut aus alten Computerteilen - und es gibt sogar eine Klanginstallation, „Kronophone“, die dir nachspürt, als wolltest du heimlich im Museum Musik machen. Im Observatorium kannst du das Weltall bestaunen - im Dunkeln funkelt sogar die Milchstraße auf eine Leinwand!
Wenn du kleine Entdecker dabei hast, gibt es den „Kid Corner“! Ein fröhliches Kinderparadies voller Spiele, Experimenten und Lesestoff - direkt neben der Cafeteria. Für die Großen wartet das Auditorium mit 160 Plätzen, in dem schon viele berühmte Forscher gesprochen haben und Kinofilme oder Science-Shows für staunende Gesichter sorgten.
Hier in der Città della Scienza fühlst du förmlich den Geist vieler Generationen - von den rauen Minenarbeitern bis zu den pfiffigen Wissenschaftlern, von Schweiß und Dampf bis zu Tüfteln und Forschen. Vielleicht schweißt du ja heute auch einen kleinen Funken Neugier in dein Herz!
Neugierig auf die Struktur, die Inseln oder die Dauerausstellungen? Zögern Sie nicht, sich im Chat-Bereich an uns zu wenden, um weitere Informationen zu erhalten.




