Vor dir erhebt sich ein langgestrecktes, prunkvolles weißes Gebäude im Stil des Wiener Spätbarocks - wenn du den Blick über die breite Fassade und die beiden auffälligen Balkone schweifen lässt, kannst du die Neue Residenz gar nicht verfehlen.
Stell dir vor, wie hier vor rund 300 Jahren Baumeister mit staubigen Händen und großen Plänen den Grundstein für das Zuhause der Passauer Fürstbischöfe legten. Die Residenz sollte nicht nur ein Zuhause sein, sondern auch zeigen: „Schaut her, wer in Passau den Hut aufhat!“ Baumeister aus Wien und Italien, Domenico d’Angeli und Antonio Beduzzi, haben viel Wiener Flair und ein klein wenig italienischen Stolz verbaut.
Ein besonderer Hingucker wurde die Neue Residenz ab 1765, als Kardinal Leopold Ernst von Firmian es ordentlich krachen ließ und dem Wiener Architekten Melchior Hefele freie Hand für Fassadenschmuck gab. Zwei prächtige Portale, eine steinerne Balustrade oben auf dem Dach und diese Balkone - hast du die Zahlen 1770 und 1771 entdeckt? Die sind schon fast wie berühmte Unterschriften im Stein!
Drinnen kannst du das imposante Treppenhaus bestaunen: Über dir schweben die Götter des Olymp in einem Deckenfresko, während an den Geländern freche Putten sitzen, meisterhaft vom Passauer Joseph Bergler geschnitzt. Diese kleinen Engelchen wirken, als würden sie jeden Besucher heimlich belauschen - gut, dass du kein bischöfliches Geheimnis preisgibst!
Heute befindet sich hier das Bischöfliche Ordinariat und der Eingang zum Domschatzmuseum. Und wer weiß, vielleicht spürst du ja noch den feierlichen Schritt eines Fürstbischofs auf dem Marmorboden unter deinen Füßen…



