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Marienbrücke

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Marienbrücke

Herzlich willkommen an der Marienbrücke, oder wie die Passauer sie einfach nennen: die Innbrücke! Während Sie hier stehen und der Inn unter Ihnen rauscht, stellen Sie sich vor, wie schon seit Jahrhunderten Menschen, Wagen, Händler und sogar Könige genau an dieser Stelle Passau überquerten. Kein Wunder, denn diese Brücke ist der Nabel der Stadt - ein wahrer Passauer Klassiker! Vergessen Sie die Fitnessstudios: Die Marienbrücke verbindet die Altstadt mit der Innstadt, die als einziger Stadtteil rechts des Inns liegt - die Passauer sparen sich so einen Umweg von schlappen 35 Kilometern. Stellen Sie sich das mal vor: Würde die Brücke heute gesperrt, müssten Sie erst nach Schärding, dann quer durch die Wälder und zurück. Da fängt schon beim Zuhören der Fuß an zu schmerzen!

Doch wie begann eigentlich diese lange Brückengeschichte? Reisen wir zurück ins Jahr 1143: Passau war klein, der Inn ein mächtiger Strom, der voller Gefahren lauerte. Bischof Reginbert hatte eine blendende - oder sollte ich sagen: brückende - Idee. Er ließ die erste Holzjochbrücke bauen, damit den Menschen die riskante Überfahrt auf Booten erspart blieb. Statt Fährgeld für das Kloster St. Nikola gab’s einfach die Pfarrei Hartkirchen dazu. Fairer Deal, oder? Und das Beste: Damals war die Brücke zollfrei! Ein echtes Schnäppchen, besser als jedes Sonderangebot im Supermarkt!

Damals fuhr man zwar noch nicht das neueste E-Bike, aber der Weg über die Brücke war ein Teil der berühmten „Straße der Kaiser und Könige“, die von Regensburg bis Budapest führte. Die erste Brücke zog so viele Reisende an, dass gleich daneben das St. Ägidien-Spital gebaut wurde - sicher ist sicher, falls jemand ins Wasser geplumpst ist, war Hilfe nicht weit. Um den Spaß zu finanzieren, wurden St. Ägidien die Einnahmen diverser Pfarrstellen zugesprochen, darunter St. Severin, Münzkirchen und noch einige mehr. Wer sagt, Geschichte sei trocken, kennt die kirchlichen Finanztricks nicht!

Die Brücke überstand viele Hochwasser, Eisgänge, Stadtbrände - und wurde mehrmals erneuert. Mal brannte es in der Altstadt, mal schwappte der Inn wild über die Brücke hinweg. Aber Passau ohne seine Innbrücke? Unvorstellbar! Nur ganz selten veränderte sich etwas am Standort: Heute steht der linke Brückenkopf ein bisschen weiter flussaufwärts, und das Ziel ist nicht mehr direkt das Innbrucktor, sondern etwas versetzt. Aber keine Sorge, verlaufen kann man sich trotzdem nicht!

Im 19. Jahrhundert wurde die Ludwigsbrücke eröffnet. Sie war nach König Ludwig I. benannt - der wollte übrigens, dass die Fahrbahn militärisch schnell ab- und wieder aufgebaut werden kann. Praktisch, falls doch mal ein Riesenkeks den Inn runtertrieb! Die Brücke war ein Mix aus Granit und Holz und hielt tapfer dem zunehmenden Verkehr stand - zumindest eine Weile. Doch als die Lastwagen immer schwerer wurden, bekam die Ludwigsbrücke einen neuen Stahlüberbau, denn: Ochsenwagen und Pferdekutschen sind geduldiger als Motoren, schweren LKWs war die Brücke irgendwann dann doch nicht mehr gewachsen.

Und dann - der große Knall: In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai 1945, wenige Tage vor Kriegsende, sprengte eine SS-Einheit die Innbrücke! Die Volkssturmgruppe wollte das nicht tun, also rückte man verbotenerweise selbst zur Tat vor. Einem amerikanischen Brückentrupp reichte das natürlich nicht. Kaum war Passau erobert, schwammen schon Pontons und die sogenannte Bailey-Brücke quer über den Inn. Schnell war der Fluss wieder verbunden - das Brückenflickwerk hatte keine Pause.

Unmittelbar nach dem Krieg wurde repariert, was das Zeug hielt. Mit viel Geschick, ein wenig Glück und jeder Menge Improvisation entstand die neue Brücke, diesmal aus genieteten Fachwerkträgern und ohne allzu viel Stahl - schließlich war Material knapp. Statt einer dicken Sandschicht mit Pflastersteinen wurde einfach eine Betondecke gegossen, direkt auf den Baustahl. Kein Wunder, dass der Verkehr bald wieder zu viel für die gute alte Brücke wurde. Schon 1959 hing sie sichtbar durch, und man beschränkte das Gewicht wieder deutlich. Denn wie sagt man so schön? Auch die stärkste Brücke braucht mal eine Entlastungsdiät!

Endlich, 1976, ersetzte man den alten Überbau durch eine modernere Bauweise mit Stahlträgern und breiterer Fahrbahn. Seither hält die Marienbrücke dem Alltagsverkehr besser stand. Aber auch eine Brückenrentnerin braucht mal ein Wellnessprogramm - deshalb wurde sie 2009 und 2015 nochmal aufgemöbelt. Während der Sanierung war die Brücke zwar für Autos dicht, aber Feuerwehr und Rettung durften über das Kraftwerk Ingling abkürzen - für sie gab’s kein Schärding-Abenteuer.

Stellen Sie sich nun den Fluss vor, wie er unter Ihren Füßen rauscht - und mittendrin die Geschichten von Reisenden, Händlern, Soldaten, Brückenbauern und mutigen Menschen, die Brücken neu erfanden. Wer weiß, vielleicht gibt’s ja bald die nächste Überraschung? Halt, keine Angst - heute lässt sich die Marienbrücke so schnell nicht mehr aus der Ruhe bringen!

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starstarstarstarstar
Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
Christoph
Brighton-Tour
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Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
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