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Protestantische Kirche von Thionville

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Protestantische Kirche von Thionville

Vor Ihnen erhebt sich die protestantische Kirche mit ihrem hellen Jaumont-Stein, spitzem Turm und einer auffälligen Rosette über dem Haupteingang - schauen Sie einfach auf das große Portal mit den beiden seitlichen Treppentürmchen und dem kleinen Uhrwerk darunter, dann haben Sie Ihr Ziel gefunden.

Stellen Sie sich vor, es ist ein kühler Morgen im November 1888. In Thionville stehen die Menschen dicht an dicht beisammen, ein feierlicher Klang hallt durch die Straßen: zum allerersten Mal rufen die Glocken dieses Tempels die Gemeinde zusammen. Doch springen wir kurz zurück. Erst 17 Jahre zuvor, 1871, begann die Geschichte der Protestanten an diesem Ort - sie kamen, wurden plötzlich immer mehr, eine kleine Gemeinschaft, die keinen eigenen Raum für ihren Glauben hatte. Die Gottesdienste damals? Stellen Sie sich vor: versammelt im Beffroi, dem alten Stadtturm, zwischen dicken Steinmauern und Glocken, die kaum für Andacht Platz lassen.

Je größer die Gemeinde wurde, desto dringlicher wurde der Wunsch nach einer eigenen Kirche. Endlich, im November 1886, wurde voller Stolz der erste Stein gesetzt. Zwei Jahre lang sahen die Leute Tag für Tag, wie das Bauwerk langsam Form annahm, wie der Turm gen Himmel wuchs, und wie die Geschichten wuchsen: Wer wohl zuerst die Glocken hören wird? Wer wird im ersten Gottesdienst das Echo der Orgel in sich aufsaugen?

Am 4. Juni 1888 war es ein ganz besonderer Moment. Kaiser Friedrich III. von Preußen höchstpersönlich unterschrieb in Straßburg einen Erlass: „Ich erlaube die Gründung einer reformierten Gemeinde in Thionville...“ - mit diesen Worten war es endlich offiziell! Die Glocken und die Gemeinde konnten ein neues Kapitel beginnen.

Treten wir ein Stück näher an die Fassade - schauen Sie auf die hohen Fenster, die wie neugierige Augen in die Straßen blicken. Diese Kirche wurde von Wilhelm Hermann entworfen. Sie präsentiert sich stolz mit ihrem reich verzierten Portal, den verspielten Treppentürmen und der großen Rosette, die morgens die Sonne in das Innere wirft und auf der Empore die Orgel erleuchtet. Über allem wacht eine kleine Uhr wie das Auge der Zeit. Wer durch das massive Holzportal eintritt, befindet sich plötzlich in einem Meer aus Licht und Farben, denn der Chor ist von drei neogotischen Fenstern geschmückt, durch die bunte Lichtstrahlen tanzen, während vorne eine schlichte steinerne Kanzel thront.

Innen ist alles geprägt vom neogotischen Stil - hohe Gewölbe im Mittelschiff, kunstvolle Holzarbeiten vom Schreiner Griebel, der das hölzerne Chorgestühl und die berühmte Kanzel baute. Die Wände sind von Malereien des Straßburger Professors Malsh bedeckt - als ob jedes Stück Stoff der Zeit hier seine Spuren hinterlassen würde. Selbst das Taufbecken und der Altar sind aus dem selben Jaumont-Stein gebaut wie die Mauern draußen - stabil und gelb, warm im Licht.

Es war nicht immer einfach für die Kirche. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie beschädigt, Bomben zerstörten Fenster und ließen Risse in den Mauern zurück. Doch die Gemeinde ließ sich nicht unterkriegen; alles wurde wieder aufgebaut, repariert und gehegt.

Und dann die Orgel. Einst ein stolzes Werk aus dem Jahr 1889, mit 22 Registern, von Dalstein-Haerpfer erbaut - oh, wie das in den Ohren widerhallte! Später, in den 50er Jahren, wurde sie modernisiert, bekam eine freie Fassade, doch Technik und Zeit gingen auch an ihr nicht vorbei. Heute füllt ein elektrisches Modell den Raum, während die einstige Orgel langsam wieder restauriert werden soll.

Vergessen wir nicht die Glocken. Die drei, die Sie heute hören, wurden 1922 gegossen. Jede klingt klar und hell, jede trägt eine Botschaft in sich: Frieden, Gemeinschaft, Lobpreis - das Herz dieser Stadt hört sie noch immer.

So stehen Sie nun hier, am Ende unserer Tour, und lassen die Geräusche und Geheimnisse von über 130 Jahren auf sich wirken. Vielleicht hören Sie die Echos der ersten Gläubigen, das ehrfürchtige Flüstern der Erbauer oder das Lachen der Kinder von einst, die an dieser Schwelle gespielt haben. Hier steht jedes Detail für Hoffnung, Neubeginn und Gemeinschaft.

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Das war eine solide Art, Brighton kennenzulernen, ohne sich wie ein Tourist zu fühlen. Die Erzählung hatte Tiefe und Kontext, übertrieb es aber nicht.
Christoph
Christoph
Brighton-Tour
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Habe diese Tour mit einem Croissant in der einen Hand und null Erwartungen gestartet. Die App schwingt einfach mit einem mit, kein Druck, nur man selbst, Kopfhörer und ein paar coole Geschichten.
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