
Doch der Bau eines Meisterwerks braucht Zeit, und das menschliche Leben ist vergänglich. Jan V!áclav starb siebzehnhundertneunzehn in Neapel, lange bevor seine große Vision vollendet war. Sein Ehrgeiz hatte seine Lebensspanne überholt. Seine Familie schloss die Arbeiten ab und füllte die Räume mit einer legendären Sammlung von über vierhundert Gemälden. Doch schon bald stand das Palais vor dem plötzlichen Ruin. Während der preußischen Belagerung von Prag im Jahr siebzehnhundertvierundvierzig plünderten eindringende Soldaten das Gebäude vollständig. Kein einziges Stück der unglaublichen Kunstsammlung oder der ursprünglichen Möbel blieb zurück. Die Erben mussten ganz von vorne anfangen. Auch in den folgenden Jahrhunderten war die Zeit nicht gnädiger. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts wurde diese einst glorreiche Adelsresidenz in billige Mietwohnungen aufgeteilt, und der riesige Dachboden diente tatsächlich als Heuboden. Die gewaltigen Steinriesen, die die Portale - jene massiven, verzierten Bogeneingänge - stützten, verfielen zusehends. Während einer umfassenden Restaurierung, die zweitausendachtzehn begann, entdeckten Ingenieure etwas Erschreckendes: Die Holzbalken, die diese riesigen Steinriesen in den Wänden verankerten, waren völlig verrottet. Die tonnenschweren Steinblöcke hielten sich nur durch pures Glück im Gleichgewicht und drohten, direkt auf die Passanten darunter zu stürzen. Eine Katastrophe konnte nur durch eine Notabstützung knapp verhindert werden. Diese umfassende Restaurierung hat das Gebäude vor dem Abgrund gerettet und Jahrzehnte dunklen Stadtschmutzes entfernt, um das helle, makellose Äußere freizulegen, das Sie heute sehen - einen Vorher-Nachher-Vergleich finden Sie auf Ihrem Bildschirm. Es ist ein Beweis dafür, dass selbst wenn Dinge zerbrechen, meist jemand kommt, um sie wieder zusammenzusetzen. Wenn Sie einen Blick ins Innere werfen möchten: Das Palais ist von Dienstag bis Sonntag von zehn Uhr bis achtzehn Uhr geöffnet und montags geschlossen. Lassen Sie uns nun in Richtung des massiven Jesuitenkomplexes am Ende der Straße gehen, während wir uns auf den Weg zum Clementinum machen.

Der Innenhof des Palais gewährt einen Einblick in seine beachtliche Größe, die daraus resultierte, dass Jan V!áclav von Gallas mehrere benachbarte Häuser und Grundstücke erwarb, um diese prachtvolle Residenz zu schaffen.






