
Achten Sie zu Ihrer Linken auf eine blasse rechteckige Villa, die sich von einem massiven Steinsockel erhebt, mit vier Ecktürmen und einem spitzen Mittelgiebel, der von einer runden Rosette geziert wird.
Schloss Voglsang wirkt, als hätte jemand ein schottisches Schloss genommen, es gerade so weit verkleinert, dass es an einen Hang in Steyr passt, und ihm dann seinen Stolz gelassen. Josef Werndl, der große Industrielle aus Steyr, kaufte dieses Land in den 1870er Jahren und wies den Baumeister Anton Plochberger an, groß zu denken. Der lokalen Überlieferung nach schickte Werndl ihn sogar nach Schottland, um ein echtes Schloss zu studieren, wobei ein Gartenarchitekt mitreiste, um den Park zu vermessen. Was dabei herauskam, war diese neugotische Villa, die 1882 fertiggestellt wurde: drei Hauptgeschosse über einem Steinsockel, Zinnen entlang der Dachlinie und eine gewächshausartige Struktur in der Mitte des Daches, um Licht in das Treppenhaus zu lassen.
Es sollte beeindrucken, besonders das erste Obergeschoss, das Bel Étage... im Grunde die große Vorzeigeetage mit einem Herrensalon und einem riesigen Speisesaal. Doch das Leben verlief anders. Nachdem Werndls Frau Karoline Antonia gestorben war, verlor er das Interesse daran, hier zu leben. 1878 bot er den unfertigen Rohbau der Stadt an und bat sie, ihn in ein Armenhaus umzuwandeln. Die Stadt lehnte ab. Er versuchte, es zu verkaufen, beschwerte sich über schwerwiegende Baumängel und dachte sogar daran, es abzureißen. Stellen Sie sich vor, man hätte dieses ganze steinerne Drama beinahe verloren.
Bis dahin hatte er bereits 64.000 Gulden dafür ausgegeben, was heute einer Kaufkraft von etwa einer halben Million Euro entspricht. Anstatt zu verschwinden, erfand sich der Ort immer wieder neu: Ausstellungsort 1880 und 1884, dann später ein Wohnhaus, dann ein von Franziskanern geführtes Knabeninternat und heute Seniorenwohnungen. Wenn Sie möchten, vergleichen Sie die ältere Ansicht auf Ihrem Bildschirm... das Schloss blinzelt kaum, während sich die gesamte Umgebung drumherum im Charakter verändert.
Und wenn Sie einen Blick auf das historische Ausstellungsbild der App werfen, können Sie Voglsang im Jahr 1884 sehen, noch unvollendet und bereits als Veranstaltungsort für die Öffentlichkeit genutzt.

Ein Blick aus der Ferne vom Tabor hebt die Lage des Gebäudes in Steyr und seine markante Turmdachlinie hervor.








