Vor dir siehst du ein großes, ockergelbes Gebäude mit auffallend vielen Fenstern und einer markanten Ecke direkt am Wasser - halte einfach Ausschau nach dem großzügigen Haus an der Kreuzung, gleich rechts von der Brücke neben dem Fluss!
Dieses Gebäude ist nicht irgendein Hotel, sondern das Stora hotellet, das älteste und vielleicht auch stolzeste Hotel in ganz Örebro. Stell dir mal vor, wie es hier nach dem großen Stadtbrand von 1854 aussah - Asche wirbelt durch die Luft, und überall riecht es nach Ruß. Genau an dieser Stelle beschloss man kurzerhand: Hier bauen wir das schönste Hotel der Stadt! Der Stadtarchitekt Fridolf Wijnbladh bekam dann die knifflige Aufgabe, eine beeindruckende Herberge zu entwerfen, natürlich unter strenger Aufsicht des Landshövdings, der das Sagen hatte.
Kaum war das Dach drauf, tanzte schon die feine Gesellschaft zu Ehren von König Oscar auf dem Parkett, als gäbe es kein Morgen - und auch Carlsbälle mit viel Musik und Trubel wurden hier gefeiert. Aber die Ruhe währte nicht lange: 1909 wütete ein Feuer auf dem Dachboden, das für ordentlich Aufregung sorgte. Zum Glück waren die Bauherren damals nicht aus Zucker - sie setzten einfach noch eine Etage drauf! Die Fassade wurde mehrfach umgestaltet, mal verschwanden Verzierungen, mal kamen neue Fenster dazu, fast wie ein Modehaus im Wandel der Zeit.
Heute kannst du nicht nur im schicken Festsaal feiern oder dich in eines von 160 gemütlichen Zimmern zurückziehen, sondern auch einen Happen im Restaurant Slottskällaren essen oder ein kühles Bier in der Bishops Arms genießen. Und wenn du Glück hast, hörst du auf den alten Fluren noch das Echo vergangener Feste - oder ist das vielleicht nur mein Magen, der knurrt?




