Schau geradeaus - das große, märchenhafte Gebäude mit den roten Ziegelwänden, spitzen Türmen und dem Anschein, als ob hier gleich ein Ritter aus dem Tor galoppiert, ist das Hotel Borgen!
Stell dir vor, wir schreiben das Jahr 1891: Die Bauarbeiter schwitzen, Ziegel stauben, und oben auf den Gerüsten schmunzeln zwei Architekten, Fritz Ulrich und Eduard Hallquisth, zufrieden über ihr Meisterwerk. Damals entstand dieses Haus eigentlich als Sitz der Örebro Sparbank - ja, richtig, hinter diesen dicken Mauern wurde Geld gehütet wie ein Schatz in einer Burg! Der damalige Bankkassierer wohnte sogar direkt hier im Haus, also Service rund um die Uhr, falls mal ein Goldstück verloren ging.
Ein kleiner Junge tobte in den Fluren herum, spätere Jahre wird man ihn unter dem Namen Hjalmar Bergman als berühmten Schriftsteller kennen. Er wuchs hier auf, während sein Papa das Geld zählte - und wer weiß, vielleicht hat ihn dieses verwunschene Schloss schon als Kind zu fantastischen Geschichten inspiriert?
Doch es blieb nicht bei Münzen und Märchengeschichten. Von 1934 bis 2013 brummten hier die Druckmaschinen der Zeitung Nerikes Allehanda! So wurde die Burg zur „Allehanda-borgen“. Gerüchten zufolge blieb kein Artikel ungedruckt und kein Skandal unentdeckt - vielleicht spukte ja der alte Bankdirektor nachts durch die Redaktionsräume?
2014, große Veränderung: Die „Burg“ wurde zum Hotel. Nun kannst du in einem der 125 Zimmer wie ein echter Kronprinz schlafen und im Restaurant tafeln - aber keine Angst, den Burgdrachen haben sie ausgelagert. Übrigens, falls du dich fragst, was das Prickeln in der Luft ist: Es sind bestimmt die alten Geschichten, die in den Backsteinen wohnen!




