
Zu Ihrer Rechten erhebt sich die Kirche Sant'Ambrogio, deren steinerne Fassade durch eine graue, von Säulen getragene untere Ebene, einen hellen, giebelförmigen Aufbau und ein auffälliges, kreisrundes Fenster in der Mitte geprägt wird.
Genau hier führt uns unsere Reise zurück zu den wahren Wurzeln der Stadt. Cuneo wurde nämlich bereits zwölfhundertzehn völlig zerstört. Doch zwölfhundertdreißig kam die Lombardenliga, ein mächtiges Bündnis norditalienischer Städte, und baute Cuneo wieder auf. Mailänder Siedler errichteten die erste Kirche genau an dieser Stelle direkt auf den Stadtmauern.
Das war der Beginn eines ewigen Musters. Die ursprüngliche Kirche zerfiel zu Ruinen, als eine militärische Zitadelle errichtet wurde. Aber der Drang, die eigene Geschichte zu bewahren, war immer stärker. Man baute sie fünfzehnhundertdreiundachtzig wieder auf und plante später einen noch größeren Neubau mit einem Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes, also eines Kreuzes mit vier gleich langen Armen.
Werfen Sie einen Blick auf Ihr Handy, um die prächtige Kuppel im Inneren zu sehen, in der der Heilige Ambrosius umgeben von tanzenden Engeln strahlt. Die feierliche Weihe dieser neuen Kirche fand siebzehnhundertdreiundvierzig statt.

Sehen Sie sich auf Ihrem Bildschirm auch den Kreuzaltar an. Dort steht eine grandiose neoklassizistische Ancona, also ein monumentaler Altaraufsatz, aus dunklem Marmor, der einen starken Kontrast zu den barocken Linien des restlichen Gebäudes bildet. Überall in den kleinen Seitenaltären finden sich reiche Stuckarbeiten aus dem achtzehnten Jahrhundert, die Heiligen wie Bartholomäus und Anna gewidmet sind.

Wenn Sie nun vor diesem kreuzförmigen Heiligtum stehen, denken Sie an die unzähligen Male, die Cuneo gebrochen und wieder aufgebaut wurde, und fragen Sie sich, was einer Stadt diesen unzerbrechlichen Geist verleiht.
Hier, wo Cuneo im Jahr zwölfhundertdreißig wiedergeboren wurde, endet unsere Reise durch seine geschichtsträchtigen Steine. Die Kirche ist übrigens jeden Tag für Besucher geöffnet, falls Sie das Innere selbst erkunden möchten.



