
Das Haus entstand um 1602 oder 1603, als der Ratsherr Hermann Arendes die Baumeister Johann Hundertossen oder Eberhard Wilkening beauftragte, eines der großartigsten Häuser der Weserrenaissance in Hameln zu errichten. Später, von 1768 bis 1801, gehörte es Hertz Joseph, einem jüdischen Kaufmann, der auf lokalen Märkten mit Pferden und Futter handelte und auch Geld verlieh. Dieses berühmte Legendenhaus enthält also auch ein ruhigeres Kapitel jüdischen Alltagslebens. Und dann gab das Gebäude buchstäblich Geheimnisse preis. 1899 riss der Gastwirt August Kirchhoff das Nachbarhaus ab, um ein modernes Hotel zu bauen, und entdeckte, dass sich die beiden Gebäude eine Wand teilten. Darin versteckt waren Briefe, einige auf Deutsch, einige auf Hebräisch. Dann, während einer Restaurierung im Jahr 1981, fanden Arbeiter einen weiteren hebräischen Brief in derselben Wand sowie eine alte Weinflasche und ein hebräisches Gebetbuch unter den Dielen. Touristen kommen wegen eines Rattenfängers; das Haus überreicht Ihnen ein ganzes Archiv. Seit 1917 ist das Haus im Besitz der Stadt und seit 1966 empfängt es Gäste statt Kaufleute. Hinter Hamelns bekanntester Geschichte wartet eine ganze Stadt mit leiseren Zeugnissen darauf, gelesen zu werden. Wenn Sie bereit sind, gehen Sie weiter zur Volksbank Hameln-Stadthagen, etwa drei Minuten zu Fuß von hier entfernt.

The house began in sixteen oh two or sixteen oh three, when the councilman Hermann Arendes hired master builders Johann Hundertossen or Eberhard Wilkening to create one of Hameln’s grandest Weser Renaissance homes. Later, from seventeen sixty-eight to eighteen oh one, it belonged to Hertz Joseph, a Jewish merchant who sold horses and fodder at local fairs and also lent money. So this famous legend-house also holds a quieter chapter of Jewish everyday life.
And then the building quite literally gave up secrets. In eighteen ninety-nine, innkeeper August Kirchhoff demolished the neighboring house to build a modern hotel and discovered the two buildings shared a wall. Hidden inside were letters, some in German, some in Hebrew. Then, during restoration in nineteen eighty-one, workers found another Hebrew letter in that same wall, plus an old wine bottle and a Hebrew prayer book under the floorboards. Tourists come for one piper; the house hands you a whole archive.
Since nineteen seventeen the city has owned it, and since nineteen sixty-six it has welcomed diners instead of merchants. Behind Hameln’s best-known tale, there is a whole city of quieter evidence waiting to be read. When you’re ready, head on to Volksbank Hameln Stadthagen, about a three-minute walk from here.


