Vor dir erstreckt sich eine langgezogene Straße mit klassischen bretonischen Stadthäusern zu beiden Seiten - halte einfach Ausschau nach den charmanten Fassaden und dem leichten Knick in der Straße, und schon weißt du, dass du richtig bist!
Stell dir vor, du stehst hier - genau dort, wo seit Jahrhunderten viele Bretons ihre Reise nach Paris begannen oder beendeten. Die Rue de Paris trägt ihren Namen nicht umsonst: Sie war DER Weg nach Paris! Früher rumpelten Kutschen über dieses Pflaster, Händler riefen sich lauthals zu, und Reisende mit großen Träumen verließen die Stadtgrenzen. Heute wirkt es fast friedlich, aber gib acht - unter der Oberfläche schlummert Geschichte!
Linker Hand, die monumentale Süd-Eingang zum Thabor-Park, einmal tief durchatmen, das fühlt sich fast an wie ein königlicher Empfang. Und siehst du die Häuser mit den Nummern? Das Hôtel Maulion, früher ein Treffpunkt der feinen Gesellschaft, die alte Druckerei Oberthur, aus der nicht nur Zeitungen, sondern sicher auch das eine oder andere pikante Geheimnis sickerte. Nummer 82 war einmal Sitz einer der berühmtesten Familien von Rennes! Es gibt sogar ein ehemaliges Zollhaus - stell dir vor, du hättest hier damals deine Taschen öffnen müssen. Und die Schule Saint-Vincent, die heute Kinderlachen beherbergt, hat sicher schon viele Generationen von Schlaubergern gesehen.
Also, halte die Augen offen, lausche dem Echo vergangener Zeiten und wer weiß, vielleicht begegnet dir ja auf dem Bürgersteig noch ein Reisender aus einer anderen Epoche - aber keine Sorge, nach Paris läuft heute niemand mehr mit Pferd und Wagen!




