Wenn du Kampa finden willst, halte Ausschau nach einem schmalen Wasserkanal, eingerahmt von hübschen alten Häusern, und nach einem großen hölzernen Wasserrad. Genau dort liegt sie, eingeklemmt zwischen Moldau und Stadt.
Willkommen auf der Insel Kampa, einem kleinen Stück Prag, das wie aus einem Bilderbuch auf dem Wasser sitzt. Kampa war lange fast wie versteckt, denn sie wird von Malá Strana durch den sogenannten Teufelsbach getrennt. Das ist kein natürlicher Bach, sondern ein künstlich angelegter Kanal, vor Jahrhunderten gegraben, damit Wassermühlen genug Strömung bekommen. Wassermühlen sind Mühlen, deren Räder durch Wasser angetrieben werden, um zum Beispiel Getreide zu mahlen.
Und jetzt die lokale Würze: Der Legende nach soll der Name etwas mit einer schlagfertigen Dame zu tun haben, die im Haus „Zu den sieben Teufeln“ lebte. Wenn irgendwo ein Kichern herüberweht, ich sage nur: nicht erschrecken.
Spanische Soldaten schlugen hier während der Schlacht am Weißen Berg ihr Lager auf und nannten den Ort „Campus“. Daraus wurde Kampa. Heute ist das hier Park und Kunst: Vor dir liegt das Museum Kampa mit moderner Kunst aus Mitteleuropa. Draußen steht sogar ein riesiger Holzstuhl am Fluss. Keine Sorge, der ist nicht für Riesen, der ist dafür da, dass du dich kurz winzig fühlst. Und ja: Tom Cruise rannte für Mission Impossible über genau diese Pflastersteine. Prag kann eben Hollywood.



