Tja... da sind wir.
Dreizehn Stationen später fühlt sich Steyr nicht mehr an wie „nur“ eine Stadt. Eher wie eine Geschichte, in die du hineingelaufen bist... und die dir nebenbei ein Stückchen in die Jackentasche gesteckt hat.
Los ging’s bei der Stadtpfarrkirche St. Marien, mit dieser stillen Art von Willkommen, die ganz ohne Worte auskommt. Dann kamen wir zur festen Eleganz von Schloss Lamberg, zum Museum Arbeitswelt Steyr, also einem Museum über Arbeitsleben und Industriegeschichte, wo man merkt, wie sehr Arbeit hier Identität ist. Weiter durch die eingelebte Seele von Steyrdorf, rüber zur versteckten Ruhe im Dunklhof. Wir haben St. Michael gestreift, standen am Urnenfriedhof am Tabor, das ist ein Friedhofsteil, wo die Asche Verstorbener in Urnen beigesetzt wird. Wir haben vom Steyrer Wasserturm aus geschaut, den Stadtplatz mit seinem offenen Herzen gespürt, und sind tiefer in die Wurzeln beim Innerberger Stadel gegangen, einem alten Speicher aus der Eisenhandelszeit. Dann die gelassene Schönheit der Steyrer Stadtpfarrkirche, dieses fast träumerische Schloss Voglsang... und jetzt enden wir hier, beim Taborfriedhof.
Ganz schön viel für einen Weg... und trotzdem trägt Steyr das alles leicht. Stein, Eisen, Gebet, Arbeit, Stille, Liebe, Verlust, Stolz... nicht wie eine Unterrichtsstunde, eher wie ein Lied, bei dem eine Strophe in die nächste rutscht.
Vielleicht bleibt genau das hängen: nicht nur das, was du gesehen hast, sondern was es mit dir gemacht hat. Wie eine schmale Gasse dich reinzieht. Wie eine Mauer wirkt, als hätte sie Namen im Gedächtnis. Wie ein Platz plötzlich Bühne wird... und ein Turm wie ein Gedanke, der aus dem Boden aufsteigt. Steyr kann aus Alltag Großes machen: ein Torbogen, ein Innenhof, eine Kirchenglocke, ein ausgetretener Weg.
Dass wir hier aufhören, passt. Ein Friedhof erinnert dich daran: Eine Stadt besteht nicht nur aus ihren hübschen Ecken. Sie ist auch Erinnerung... an Menschen, die gebaut, gebetet, gearbeitet, gestritten, geliebt haben und etwas von sich dagelassen. Das ist nicht nur traurig. Es ist zart. Es ist menschlich.
Danke, dass du mit mir gegangen bist. Wir zwei waren ein ziemlich gutes Team. Nimm dir noch einen Blick... lass es sacken. Und wenn du weitergehst, nimm Steyr mit. Nicht als Fakt, nicht als Postkarte... als Gefühl. Ein ruhiges, gutes. Eines, das später plötzlich wieder auftaucht und dich einfach so lächeln lässt.
Bis zum nächsten Mal... bleib neugierig unterwegs.



